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Leseverstehen

Erzählungen und Sachtexte lesen, Informationen finden und Schlüsse ziehen.

Lesetext 1: Nebel auf dem Rennsteig

Lies den Text in Ruhe und beantworte dann die Fragen darunter.

Jonas wanderte mit seiner Oma auf dem Rennsteig durch den Thüringer Wald. Am Morgen hatte Oma ihm das Wanderzeichen gezeigt: ein weißes R, das an Bäume und Pfosten gemalt war. „Solange du das R siehst, bist du auf dem richtigen Weg“, hatte sie gesagt. Gegen Mittag zogen dichte Wolken auf. Nach wenigen Minuten standen die beiden mitten im Nebel. Die Bäume sahen aus wie graue Schatten, und der Weg verschwand schon nach ein paar Metern. Oma blieb stehen und runzelte die Stirn. „Hier teilt sich der Weg“, murmelte sie. „Aber welcher ist der richtige?“ Jonas bekam Herzklopfen. Dann erinnerte er sich an das Zeichen. Er lief ein paar Schritte nach links und suchte die Baumstämme ab. Nichts. Er versuchte es rechts. An einer dicken Buche entdeckte er ein weißes R. „Hier entlang, Oma!“, rief er erleichtert. Von Baum zu Baum führte Jonas seine Oma weiter, bis vor ihnen die Lichter einer Hütte auftauchten. Drinnen tranken sie heißen Tee und wärmten sich die Hände. „Ohne dich hätte ich mich verlaufen“, sagte Oma und lächelte. Jonas grinste. So stolz war er schon lange nicht mehr gewesen.

Fragen zum Text

  1. Wie sieht das Wanderzeichen des Rennsteigs in der Geschichte aus?

    • Aein grünes Dreieck
    • Bein weißer Pfeil
    • Cein weißes R
    • Dein rotes R
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    Richtig: C – ein weißes R

    Oma zeigt Jonas am Morgen „ein weißes R, das an Bäume und Pfosten gemalt war“.

  2. Was passiert gegen Mittag?

    • ADichte Wolken ziehen auf, es wird neblig.
    • BOma verletzt sich am Fuß.
    • CEs beginnt heftig zu regnen.
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    Richtig: A – Dichte Wolken ziehen auf, es wird neblig.

    Im Text steht: „Gegen Mittag zogen dichte Wolken auf.“ Kurz danach stehen die beiden mitten im Nebel.

  3. Wo entdeckt Jonas das Zeichen?

    • Aan einem Stein
    • Ban einer dicken Buche
    • Can einem Wegweiser aus Holz
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    Richtig: B – an einer dicken Buche

    „An einer dicken Buche entdeckte er ein weißes R.“ Links hatte er vorher nichts gefunden.

  4. Wie fühlt sich Jonas, als Oma nicht weiß, welcher Weg richtig ist?

    • Afröhlich
    • Bgelangweilt
    • Caufgeregt
    • Dwütend
    Lösung anzeigen
    Richtig: C – aufgeregt

    Im Text steht: „Jonas bekam Herzklopfen.“ Das zeigt, dass er aufgeregt und ein bisschen ängstlich ist.

  5. Warum findet Jonas den Weg, obwohl Oma unsicher ist?

    • AEr hat eine Wanderkarte dabei.
    • BEr ist den Weg schon oft allein gegangen.
    • CEr denkt an Omas Tipp mit dem weißen R.
    Lösung anzeigen
    Richtig: C – Er denkt an Omas Tipp mit dem weißen R.

    Oma hatte am Morgen gesagt: „Solange du das R siehst, bist du auf dem richtigen Weg.“ Daran erinnert sich Jonas im Nebel.

  6. Warum ist Jonas am Ende so stolz?

    • AEr hat als Erster die Hütte gesehen.
    • BEr durfte in der Hütte einen großen heißen Tee trinken.
    • CEr hat Oma den richtigen Weg gezeigt.
    Lösung anzeigen
    Richtig: C – Er hat Oma den richtigen Weg gezeigt.

    Oma sagt: „Ohne dich hätte ich mich verlaufen.“ Jonas hat sie sicher durch den Nebel geführt – darauf ist er stolz.

Lesetext 2: Jäger der Nacht: die Fledermaus

Lies den Text in Ruhe und beantworte dann die Fragen darunter.

Wenn es dunkel wird, beginnt für die Fledermäuse der Tag. Sie verlassen ihr Versteck und gehen auf die Jagd. Fledermäuse können fliegen wie Vögel. Sie sind aber keine Vögel, sondern Säugetiere: Die Jungen kommen lebend zur Welt und trinken Milch bei ihrer Mutter. Die Flügel bestehen aus einer dünnen Haut, die zwischen den langen Fingern und dem Körper gespannt ist. Doch wie finden Fledermäuse im Dunkeln ihren Weg? Sie stoßen sehr hohe Rufe aus, die wir Menschen meistens nicht hören können. Treffen die Rufe auf einen Baum oder eine Mücke, werden sie zurückgeworfen – wie ein Echo. Am Echo erkennt die Fledermaus, wo sich etwas befindet und wie groß es ist. So kann sie Hindernissen ausweichen und Insekten fangen, sogar in völliger Dunkelheit. Tagsüber schlafen Fledermäuse kopfüber hängend, zum Beispiel in Baumhöhlen, auf Dachböden oder in alten Stollen. Im Winter finden sie kaum Insekten. Deshalb halten sie in kühlen, ruhigen Verstecken Winterschlaf. Wer sie dabei stört, bringt sie in Gefahr, denn jedes Aufwachen kostet viel Kraft. In Deutschland stehen alle Fledermausarten unter Schutz. Helfen kann jeder: mit Fledermauskästen und mit Gärten, in denen viele Insekten leben.

Fragen zum Text

  1. Zu welcher Tiergruppe gehören Fledermäuse?

    • Azu den Kriechtieren
    • Bzu den Insekten
    • Czu den Säugetieren
    • Dzu den Vögeln
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    Richtig: C – zu den Säugetieren

    Im Text steht: „Sie sind aber keine Vögel, sondern Säugetiere.“ Ihre Jungen trinken Milch bei der Mutter.

  2. Woraus bestehen die Flügel einer Fledermaus?

    • Aaus Schuppen
    • Baus einer dünnen Haut
    • Caus vielen kleinen Federn
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    Richtig: B – aus einer dünnen Haut

    Die Flügel bestehen „aus einer dünnen Haut, die zwischen den langen Fingern und dem Körper gespannt ist“.

  3. Wie finden Fledermäuse im Dunkeln ihren Weg?

    • Amit hohen Rufen und deren Echo
    • Bmit ihren Augen
    • Cmit ihrem sehr feinen Geruchssinn
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    Richtig: A – mit hohen Rufen und deren Echo

    Die Rufe werden zurückgeworfen „wie ein Echo“. Am Echo erkennt die Fledermaus, wo sich etwas befindet und wie groß es ist.

  4. Welcher Schlafplatz wird im Text genannt?

    • Ain Erdlöchern
    • Bin Vogelnestern
    • Cauf Dachböden
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    Richtig: C – auf Dachböden

    Im Text werden Baumhöhlen, Dachböden und alte Stollen genannt. Dort hängen die Fledermäuse tagsüber kopfüber.

  5. Warum halten Fledermäuse Winterschlaf?

    • AIm Winter ist es draußen zu hell.
    • BIm Winter sind ihre Flügel zu schwach.
    • CIm Winter finden sie kaum Insekten.
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    Richtig: C – Im Winter finden sie kaum Insekten.

    „Im Winter finden sie kaum Insekten. Deshalb halten sie … Winterschlaf.“ Ohne Futter könnten sie nicht jagen und überleben.

  6. Warum soll man Fledermäuse im Winterschlaf nicht stören?

    • ASie würden sonst beißen.
    • BJedes Aufwachen kostet sie viel Kraft.
    • CSie wachen sonst erst im nächsten Sommer auf.
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    Richtig: B – Jedes Aufwachen kostet sie viel Kraft.

    Im Text steht: „jedes Aufwachen kostet viel Kraft.“ Diese Kraft brauchen die Fledermäuse, um den Winter ohne Futter zu überstehen.

Lesetext 3: Der Schäfer und der Kaiser im Kyffhäuser (eine Sage aus Thüringen)

Lies den Text in Ruhe und beantworte dann die Fragen darunter.

Vor langer Zeit hütete ein junger Schäfer seine Schafe am Kyffhäuser, einem kleinen Gebirge im Norden Thüringens. Eines Abends lief ihm ein Lamm davon. Er folgte ihm und entdeckte zwischen den Felsen einen Spalt, den er noch nie gesehen hatte. Neugierig zwängte er sich hindurch. Drinnen lag ein Saal im flackernden Licht. An einem steinernen Tisch saß ein alter Kaiser und schlief. Es war Kaiser Friedrich, den die Leute Barbarossa nannten – das bedeutet Rotbart. Sein roter Bart war so lang, dass er durch die Tischplatte hindurchgewachsen war. Plötzlich öffnete der Kaiser die Augen. „Fliegen die Raben noch um den Berg?“, fragte er mit tiefer Stimme. „Ja, Herr“, antwortete der Schäfer zitternd. Der Kaiser seufzte: „Dann muss ich noch hundert Jahre schlafen.“ Zum Dank schenkte er dem Schäfer einen Zweig voller Blätter. Unterwegs kam dem Schäfer das Geschenk wertlos vor, und er warf die meisten Blätter fort. Zu Hause wollte er auch den Rest wegwerfen – doch die übrigen Blätter glänzten in seiner Hand. Sie waren aus purem Gold! Sofort lief der Schäfer zurück zum Berg. Doch den Spalt im Felsen fand er nie wieder. Die Leute erzählen, dass der Kaiser noch heute im Kyffhäuser schläft und wartet, bis keine Raben mehr um den Berg fliegen.

Fragen zum Text

  1. Warum geht der Schäfer zu den Felsen?

    • AEin Lamm ist ihm davongelaufen.
    • BEr sucht den Kaiser.
    • CEr will dort nach einem versteckten Schatz suchen.
    Lösung anzeigen
    Richtig: A – Ein Lamm ist ihm davongelaufen.

    „Eines Abends lief ihm ein Lamm davon. Er folgte ihm …“ So entdeckt er den Spalt im Felsen.

  2. Was ist mit dem Bart des Kaisers geschehen?

    • AEr ist durch die Tischplatte gewachsen.
    • BEr ist abgeschnitten worden.
    • CEr ist vor lauter Kummer schneeweiß geworden.
    Lösung anzeigen
    Richtig: A – Er ist durch die Tischplatte gewachsen.

    „Sein roter Bart war so lang, dass er durch die Tischplatte hindurchgewachsen war.“ Das zeigt, wie lange der Kaiser schon schläft.

  3. Was möchte der Kaiser vom Schäfer wissen?

    • Aob die Raben noch um den Berg fliegen
    • Bwie viele Schafe der junge Schäfer besitzt
    • Cwie spät es draußen ist
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    Richtig: A – ob die Raben noch um den Berg fliegen

    Der Kaiser fragt: „Fliegen die Raben noch um den Berg?“ Davon hängt ab, ob er weiterschlafen muss.

  4. Was bedeutet der Name „Barbarossa“?

    • ARotbart
    • BRotkopf
    • CRabenkaiser
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    Richtig: A – Rotbart

    Im Text steht: Die Leute nannten ihn Barbarossa – „das bedeutet Rotbart“. Der Name passt zu seinem roten Bart.

  5. Warum ärgert sich der Schäfer wohl, als er zu Hause die goldenen Blätter sieht?

    • ADie Blätter sind nur angemalt.
    • BEr hat die meisten Blätter weggeworfen.
    • CDer Kaiser wollte die Blätter wieder zurückhaben.
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    Richtig: B – Er hat die meisten Blätter weggeworfen.

    Unterwegs hielt er das Geschenk für wertlos und warf die meisten Blätter fort. Wären alle noch da, hätte er viel mehr Gold.

  6. Welche Lehre kann man aus dieser Sage ziehen?

    • AMan sollte Geschenke nicht vorschnell für wertlos halten.
    • BMan sollte seine Schafe nachts nie allein lassen.
    • CMan sollte niemals allein in eine dunkle Höhle hineingehen.
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    Richtig: A – Man sollte Geschenke nicht vorschnell für wertlos halten.

    Der Schäfer warf die Blätter weg, weil er sie für wertlos hielt – dadurch verlor er fast das ganze Gold.

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